2.2.1 Behavioristische Lerntheorie

Dieser Ansatz basiert auf den Grundannahmen behavioristischer Lerntheorien (SKINNER 1982; CORELL 1971 zitiert nach RÖLL 2003). Der behavioristischen Lerntheorie zufolge kann man das Verhalten eines Menschen durch äußere Hinweisreize und Verstärkungen steuern. Es sind nicht die inneren Vorgänge im Lernenden, sondern die auf ihn wirkenden Konsequenzen auf ein vorher gezeigtes Verhalten entscheidend. Ein Lob verstärkt das gezeigte Verhalten, Tadel und Strafen sollen das Verhalten reduzieren.

Der Ansatz wird bei computergestützten Lernen (auch programmierte Instruktion genannt) sehr oft eingesetzt, da dort sehr direkt ein Lob gegeben bzw. der Fehler korrigiert werden kann. So steigert man anfangend bei einem leichtem Schwierigkeitsgrad im Verlauf der Lektionen die Anforderungen an den Lernenden. Vorteil dieser Methode ist die individuelle Lernkurve, die jeder Lernende selbst wählen kann und so schneller oder weniger schnell voran kommt. Dies ist in der Schule so nicht möglich, da dort eine bestimmte Menge an Themen in einem Jahr durchgearbeitet werden muss. Der Nachteil bei dieser Methode ist die eindimensionale Struktur der Lösungen (es gibt nur richtig oder falsch), so dass sie für einige Bereiche, wie z.B. Vokabeltraining, besser geeignet ist als für andere, wie z.B. Interpretation eines Gedichtes.

Aus diesem Ansatz heraus entwickelte sich der kybernetische Ansatz, der auf der mathematischen Informationstheorie von SHANNON/WEAVER 1976 (zitiert nach RÖLL 2003) basiert und alle Vorgänge der Informationsspeicherung, -verarbeitung und -austausch in binärer Form beschreibt. Diese Theorie setzte sich jedoch nicht durch, da sie von den Bio- und Neurowissenschaften nicht bestätigt wurde.