2.2.2 Sozial-kognitive Lerntheorie

BANDURA 1976 (zitiert nach RÖLL 2003) entwickelte die Referenztheorie des sozial-kognitiven Ansatzes, auch Lernen am Modell genannt. Dem Ansatz zufolge, im Gegensatz zur Behavioristischen Theorie, kommen die erlernten Dinge vom Lernenden selber und nicht ausschließlich von außen. Der Lernende übernimmt die Verhaltensweise des Leitbildes (model), wenn das Modell einige Kriterien erfüllt (z.B. Eltern, Lehrer oder die Gesellschaft). Die Verhaltensweise wird jedoch auch nicht immer übernommen, sondern nur, wenn der Lernende das Verhalten beobachtet hat und physisch und psychisch dieses auch einordnen und nachbilden kann. Bereits vorhandenes Verhalten wird verstärkt und ausgebaut.

Besonders häufig wird diese These zur Erklärung der seit einigen Jahren anwach-senden Gewalt herangezogen und diese mit der steigenden Gewalt in der Medienlandschaft in Verbindung gebracht. Diese These spaltet die Pädagogen in zwei Lager.

"THEUNERT (1996, S. 40 zitiert nach RÖLL 2003) hat schwerwiegende Argumente gegen die Generalisierung dieser These formuliert" (RÖLL 2003, S. 114) und RÖLL gibt zu bedenken, dass man Ergebnisse, die mit Kleinkindern gewonnen wurden, nicht auf eine andere Altersgruppe übertragen werden können. "Es stellt sich die Frage, ob die sozial-kognitive Theorie einen Beitrag zum Lernen in der Wissensgesellschaft leisten kann" (RÖLL 2003, S. 114).