2.4 Lernen mit Neuen Medien

Neben den bekannten Kreativtechniken (wie z.B. Brainstorming, Methode 635, Mind-Mapping, ...), die das Lernen ohne Computer und Neue Medien sehr erfolgreich unterstützen, können gerade Neuen Medien eine weitere wichtige Rolle beim Lernen dar-stellen. Wie RÖLL (2003, S. 150) beschreibt, ist "Lernen am erfolgreichsten, wenn es selbstbestimmt ist". So weisen einige Autoren darauf hin, dass das elektronische Lernen vielfältige Nachteile hat, doch RÖLL gibt zu bedenken, dass viele davon entkräftet werden können oder nur in bestimmten Lernsituationen auftreten (vgl. RÖLL 2003, S. 151). "Selbstlernprozesse können", laut RÖLL (2003, S. 153), "nur umgesetzt werden, wenn folgende didaktische Prinzipien umgesetzt werden":

Lernen durch Multicodierung und Multimodalität

Informationen lassen sich auf verschiedene Arten darstellen, wie z.B. durch Schrift, Zahlen, die Codes und Subcodes enthalten. Sind sie durch Schrift, Zahlen und Bilder dargestellt nennt man dies multicodale Struktur. Werden wie bei der Anchored Instruction Theorie vorgeschlagen, verschiedene Sinne angesprochen (auditiv, visuell) handelt es sich um ein multimodales Angebot.

Lernen durch Entdecken und Exploration

Um das Internet optimal zur Informationssuche zu nutzen, muss der Lerndene das selbstständige Lernen bereits erlernt haben, da es ansonsten zu einer oberflächigen oder falschen Verarbeitung von Informationen kommt. RÖLL (2003, S. 154/155) verlangt vom Lernenden ein mehrkanaliges und vernetztes Denken und er beschreibt dazu 14 Fähigkeiten:

Lernen durch Kommunikation und Kollaboration

Durch verschiedene Dienste im Internet (wie Usenet, E-Mail, Web-Foren, Blogs, etc.) wird das Lernen im Team gestärkt und die Kommunikation läuft zunächst ungezwungener und vorurteilsfreier ab, so dass Außenseiter besser integriert werden und es sich Lerngemeinschaften bilden können. Das Internet isoliert also nicht zwangsläufig, sondern kann auch zum Lernen beitragen.

Lernen durch Informationsmanagement und Dislozierung

Durch die gestiegene Menge an Informationen wird heute nicht mehr gefordert viel Wissen aufzunehmen und wiedergeben zu können. Es ist daher auch nicht mehr zeitgemäß zu überprüfen, ob das Gelernte möglichst genau mit dem Wiedergegeben überein-stimmt. Zu heutigen Schlüsselqualifikationen gehört die Anwendung aktivierender Lerntechniken, bei denen es zu einer Synthese zwischen Gedächtnis und externen Wissensspeichern kommt.

Lernen durch Visualisieren und Simulieren

Die Masse an verfügbaren Informationen erfordert neue Techniken, um diese zu sort-ieren und durchsuchen zu können. Die derzeitigen Suchdienste bieten kein Kontextwissen und daher wird daran geforscht das Wissen nach dem Prinzip von semantischen Netzen aufzubauen und so das Wissen besser durchsuchbar und nutzbar zu machen.

Auch die Aufbereitung der Daten ist ein wichtiger Teil moderner Forschung, denn reine Zahlenreihen kann man nicht so gut erfassen, wie etwa Diagramme. So versuchen Forscher Informationen so aufzubereiten, dass man diese (z.B. visuell) schnell erfassen kann und sich nicht mehr mit den Rohdaten auseinander setzen muss.