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Lernphilosophien

Die behavioristischen Ansätze sind zweifelsohne für moderne Problemlösungen nicht besonders geeignet, die Kritik der kognitivistischen und kostruktivistischen Ansätze daran ist sicherlich berechtigt. Ganz ohne diese traditionellen Ansätze kann man aller-dings auch nicht auskommen, denn es gibt immer Bereiche, bei denen festgeschriebenes Wissen einfach parat sein muss, um z.B. in Diskussionen über das gleiche zu sprechen. Wenn hier jeder sein eigenes konstruiertes Wissen hat und auf seine Art und Weise versteht, dann wird es fast unmöglich sein darüber zu diskutieren.

Jedoch ist es für einen großen Teil der Probleme im Alltag, im Leben und Beruf zwingend nötig, flexibel auf die jeweils neuen Situationen zu reagieren und Wissen aus verschiedenen Perspektiven aufzunehmen und auf neue Situationen zu transferieren. Ebenso ist es heute notwendig aus Hypertexten Wissen sammeln zu können, um den Anforderungen der konkreten Aufgabe gerecht zu werden.

Wie so oft ist ein Lernweg allein nicht das Optimum, sondern die gesunde Mischung aus den verschiedenen Methoden wohl das angestrebte Ziel. Ich denke, dass hierbei auch die Unterscheidung von Altersgruppen wichtig ist. So können Erstklässler sicherlich noch keine Informationen selbstständig aus Hypertexten ziehen, da sie ja noch gar nicht richtig lesen können. Allerdings ist es bei dieser Altersklasse auch nicht mehr zeitgemäß den reinen Behaviorismus anzuwenden. Bei der in dieser Arbeit angesprochenen Zielgruppe der Sekundarstufe II ist es allerdings ratsam, das Wissen in moderner Art und Weise aneignen zu lassen.

Lerntypen

Für den Unterricht ist es nicht möglich, für jeden Schüler optimal vorbereitetes Lehrmaterial zu liefern (daher gehe ich auch nicht ausführlich auf die Lerntypen ein), jedoch sollte sich jeder Schüler darüber im Klaren sein, welche Methode bei ihm zum Erfolg führt und welche Lernpräferenzen er hat. Das Ziel soll es sein, dass Schüler selber lernen können und dazu kann Selbstreflektion nur helfen. Durch verschiedene Tests kann man seine Lernpräferenzen herausfinden und so das zukünftige Lernen optimieren.

HALLER (1992, 2003, zitiert nach RÖLL 2003) hat eine frei verfügbare Lernstildiagnose1 entwickelt. Mit 90 Fragen ist der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) deutlich umfangreicher. Leider ist dieser Test sehr teuer, doch Dieter Frantzen2 hat einen ähnlichen Test erstellt. Dieser Test hat nur ja/nein-Antworten im Gegensatz dazu sind beim MBTI vierstufige Gewichtungen möglich.

Lernen mit neuen Medien

Die Ausführungen haben gezeigt, dass es Vorteile und Nachteile hat, mit dem Computer zu lernen, aber wie überall kommt es auf die Mischung an. So kann man die Vorteile nutzen und die Nachteile ausgleichen. Die Extreme (ganz ohne bzw. nur mit dem Computer zu lernen) sind ganz sicher beide nicht gut, aber wenn man den Computer als Werkzeug nutzt, denn mehr ist er nicht, wird man gute Ergebnisse erzielen.

Besonders relevant für die Veränderung des Unterrichts ist das Kapitel 2.4.2, denn die dort aufgezählten Fähigkeiten (Scanning, Surfing, Browsing, ...) für mehrkanaliges und vernetztes Denken sollte jeder Schüler als Vorbereitung auf den Beruf bzw. das Studium beherrschen und automatisch einsetzen. Durch diese Fähigkeiten wird es dem Schüler das Studium leichter fallen und im Beruf erfolgreicher sein.