4.1 Gruppenarbeit

Die "schulische" Gruppenarbeit ist in wirtschaftlichen Situationen niemals anzutreffen, obwohl dort auch in Gruppen gearbeitet wird. Jedoch gibt es bestimmte Techniken, dieses effizient zu gestalten. Bei solchen Gruppenarbeiten steht zu Beginn immer eine Aufgabe im Raum, die gelöst werden soll. Es wird niemals vorkommen, dass 4 Mitarbeiter einen Text durcharbeiten und eine Präsentation machen. In der Schule muss man also eine geeignete Aufgabe wählen für diese Arbeitsweise.

Aufgabenstellung

Es ist allerdings nicht damit getan, nur eine geeignete Aufgabe zu stellen, sondern es müssen auch Kreativitätstechniken eingesetzt werden, um zu einer Lösung zu kommen. Die Lösung der Aufgabe darf keinesfalls vorgegeben sein, z.B. durch Arbeitsmaterialien, die die Lösung ja schon beinhalten. Die Aufgabe muss neutral gestellt werden und es muss unklar sein, wie die Lösung aussieht. Eine konkrete Aufgabenstellung ist z.B. die Umgestaltung des Schulhofs oder auf dieses Projekt bezogen weitere Ideen für das Spiel zu sammeln. Wie man dieses Mittel dann im üblichen Unterricht sinnvoll einsetzen kann, ist schon eine kleine Herausforderung.

Moderation

Die Moderation ist ein essentieller Bestandteil der Gruppenarbeit, bei der die Lösung noch unklar und vage ist. Der Moderator benötigt das Wissen der Gruppenmitglieder, um zu einem Ergebnis zu kommen. Es darf kein Thema moderiert werden, bei dem die Teilnehmer nur noch überzeugt werden müssen, weil die Lösung schon in der Schublade liegt. Dies merken die Teilnehmer und es bauen sich Widerstände auf.

Für die Moderation benötigt man etwas Übung, daher sollte jeder Schüler einige Male einen am besten selbst ausgesuchten Themenbereich moderiert haben. Die ideale Gruppengröße liegt bei 10-16 Teilnehmern. "Das Thema muss so komplex sein, dass es sich lohnt, mehrere Know-How-Träger mit einzubeziehen.", so lauten Anweisungen für die Wirtschaft. In der Schule ist diese Forderung nur schwer zu erfüllen, daher sollten ggf. Themen gewählt werden, die außerhalb der Schule liegen.

Eine Moderation kann einige Stunden bis Tage dauern, was die Umsetzung im Lernort Schule erschwert, da hier zeitliche Begrenzungen gegeben sind.

Es gibt verschiedene Regeln, die alle Teilnehmer der Diskussion beachten müssen und der Moderator selbst hat darauf zu achten, dass diese auch eingehalten werden. Der Moderator muss die Befugnis (und den Mut) haben, sich widersetzende Teilnehmer aus der Diskussionsrunde auszuschließen. In der Schule sollten alle Teilnehmer darauf achten und sich gemeinsam dafür einsetzen, um den Moderator zu unterstützen.

Die wichtige Regel ist die sog. "30 Sekunden Regel" (nach Firma Metaplan), die bedeutet, dass im Schnitt jeder Teilnehmer nur 30 Sekunden sprechen darf. Ziel dieser Regel ist es, die Gesprächigen zu bändigen und die Stillen zu fordern. Die nächste Regel ergibt sich aus der vorherigen, denn während der Zeit, in der jemand spricht, darf er nicht unterbrochen werden, also auch keine Zwischenrufe oder ähnliches. Bei Ideenfindungsgruppenarbeit darf nicht bewertet werden.

Brainstorming

Das Brainstorming in Gruppen läuft etwas anders ab als die klassische Moderation, denn Ziel ist es möglichst viele Ideen unsortiert zu sammeln. Die Teilnehmer sollen sich gegenseitig mit Ideen aufstacheln und so viele Gedanken wie möglich zusammentragen und seien sie noch so unrealistisch und fantastisch. Oft entstehen die besten Ideen aus solchen zunächst völlig abwegigen Gedanken. Der Moderator notiert die in den Raum geworfenen Begriffe z.B. an der Tafel. Eine andere Methode ist es, dass die Teilnehmer Ihre Begriffe auf eine Karte schreiben und diese an eine Pinwand heften.

Während des Brainstormings ist es verboten, irgendeine wertende Äußerung von sich zu geben. Es geht gerade darum, nur zu sammeln. Das Bewerten ist der Schritt nach dem Brainstorming.