4.2 Team und Teambildung

Ein Team ist eine kleine Gruppe von 3-6 Personen, die zusammen über eine längere Zeit zusammen an einem Aufgabenbereich arbeiten. Das Team wird von einem Teamleiter geführt, der zusätzlich zum Tagesgeschäft organisatorische Aufgaben im Rahmen des Teams übernimmt. Er hat aber die gleichen Aufgaben wie ein normales Teammitglied.

In der Schule gibt es nur wenig "große" Projekte (z.B. Schulmannschaft), die über sechs Monate dauern. Das Projekt "Plüschwar" kann mehrere Jahre dauern, so dass Grundlagen zur Teambildung sehr nützlich sein können.

4.2.1 Teambildung

In der Managementtheorie wird die Teambildung1 in vier Phasen aufgeteilt. Diese Phasen werden bei der Teambildung der Reihe nach durchlaufen. Gibt es eine Störung im Team, z.B. dadurch, dass eine neue Person in das Team kommt oder ein Teammitglied ausscheidet, beginnt der Prozess von vorne, auch wenn er dann häufig schneller durchlaufen wird, als beim ersten Mal.

  1. Orientierungsphase (forming)
  2. Konfrontationsphase (storming)
  3. Kooperationsphase (norming)
  4. Wachstumsphase (performing)

Die Orientierungsphase dient dazu, sich etwas zu "beschnuppern" und herauszufinden, was die anderen Teammitglieder können und wie diese "ticken". Wenn man Teams aus Klassen bildet, ist die Orientierungsphase meist sehr kurz, da sich alle kennen. Die Rolle im Team muss allerdings erkämpft werden und jeder Schüler versucht sich nun erfolgreich im Team zu positionieren. Als Chef (Lehrer) hat man die Aufgabe zu kontrollieren, ob sich das Team erfolgreich bildet. Dauert die Konfrontationsphase zu lange, muss man moderierend und helfend eingreifen, denn irgendwann muss das Team auch produktiv arbeiten, was erst in der letzten Phase der Fall ist.

Wenn die Streitigkeiten und Positionskämpfe ausgetragen sind ordnet sich das Team und regelt seine internen Angelegenheiten.

4.2.2 Teamleitung

Die Teamleitung bekommt traditionell in Unternehmen ein einzelner Mitarbeiter übertragen. Oftmals sind das Personen, die schon sehr lange im Unternehmen arbeiten. Ob diese Person die Position wirklich ausfüllen kann, entscheidet allerdings das Team, denn wenn der Teamleiter nicht als solcher akzeptiert wird, dann entstehen Widerstände (siehe 4.3). Um diese zu vermeiden, gibt es die Möglichkeit einer demokratischen Wahl des Teamsleiters. Dies geschieht nicht in der Form von geheimen Wahlen, sondern geschieht während der Teambildung ganz automatisch.

Aufgaben werden nicht an die einzelnen Mitglieder übertragen, sondern an das Team. Bei der demokratischen Teamleiter-Findung basiert die Wahl oftmals auf Fähigkeiten, die das eine Mitglied hat und das andere eben nicht. Der Teamleiter kann sich auch im Laufe der Zeit ändern, wenn sich die Aufgaben und/oder die Fähigkeiten der Teammitglieder ändern.

Um die demokratische Bestimung des Teamleiters auf die Schule zu übertragen, sollte die Aufgabenverteilung nur an ein Teammitglied übergeben werden. (Als Lehrer vermeidet man besser den Begriff Teamleiter, evtl. ist Teamkontakt ein guter Begriff.) Es gibt eine Wochenbesprechung, an der von jedem Team ein Mitglied teilnimmt, das die Aufgaben entgegen nimmt und danach die Aufgaben verteilt und koordiniert. Natürlich arbeitet der Teamleiter ebenfalls an den Aufgaben.

4.2.3 Einsatz von Teams

Wenn projektorientiert vorgegangen werden soll, bietet es sich an ein Team zu bilden. Im Projekt "Plüschwar" ist es sinnvoll ein Team für die Wartung und Installation der Server und Workstations einzusetzen. Dieses Team kümmert sich eigenständig darum, dass jeder Schüler einen korrekt installierten Arbeitsplatz hat und spielt Updates ein.

Der Einsatz von Teams hat gerade in der Schule einige Nachteile, denn Teamarbeit bedeutet auch Spezialistentum, was bei den alten Lerntheorien unerwünscht ist. Es geht aber darum, das Gefühl für Teamarbeit (und die Arbeitsweise) zu bekommen und dabei ist vollkommen egal, ob jemand im Rechnungswesen-Team oder im Administrator-Team bin.

Wenn man die Teams als feste Institution sieht, kann man jedes Jahr die Teams mit neuen Mitgliedern aus der elften Stufe auffüllen. So geschieht ein automatischer Wissensaustausch zwischen den Stufen. Optimalerweise sollte der Mitgliedwechsel (Stufe 13 fällt weg, Stufe 11 kommt hinzu) zeitgleich passieren, damit sich die Teams nicht mehrfach im Jahr orientieren müssen. Als passender Zeitpunkt wäre der Jahreswechsel, da die Abiturienten dann bei Schwierigkeiten noch einige Monate helfen können und trotzdem Zeit für Abiturvorbereitungen haben.