5.2.5 Vorgehensmethoden

Man kann grob zwei Vorgehensmethoden in der Softwareentwicklung unterscheiden, die klassische strukturierte Vorgehensmethode und die etwas modernere objektorientierte Vorgehensmethode.

Strukturierte Methode

Die strukturierte Methode zeichnet sich durch eine Trennung der Daten und der Funktionssicht aus für die es verschiedene Hilfsmittel für die Durchführung gibt. In der Planung werden für die Datensicht Entity-Relationship-Diagramme benutzt, für die Funktionssicht die Strukturierte Analyse (SA). Die SA ist eine grafische Methode, bei der ein komplexes System in immer kleinere Funktionen und Prozesse aufgeteilt wird, gleichzeitig wird eine Datenflussmodellierung durchgeführt. In Vorgehensmodellen fällt die SA in die Analysephase.

Darauf folgt das Strukturierte Design (SD) (in einem Vorgehensmodell in der Kernphase Entwurf). Das SD ist verwoben mit der SA und wird oft auch zusammen als SA/SD genannt. Der Übergang vom SA zum SD ist damit fließend und nicht klar abzugrenzen. Beim Übergang zwischen den einzelnen Phasen ist es durch die verschiedenen Modellierungstechniken eher schwierig, konsistent zu bleiben. So wird in der Planungs- und Definitionsphase das Entity-Relationship-Model (ERM) nach Chen für die Datenstrukturen benutzt und die Darstellung der Funktionen durch die SA. Im ERM kann man nicht alles darstellen, was man später benötigt und so muss man in der Designphase die Datenbank nach der Normalformtheorie von Codd erstellen und die Funktionssichten z.B. als Funktionsbäume des strukturierten Designs.

Für die Implementierung kann man jede Programmiersprache der 2. und 3. Generation benutzen, da auch objektorientierte Programmiersprachen die strukturierte Methode unterstützen. (z.B. eine lange main-Methode in Java)

Objektorientierte Methode

Die objektorientierte Methode besteht aus drei Bereichen:

Die OOA ist die erste Phase der objektorientierten Modellierung. Sie beinhaltet das Szenario, Use Cases und Objektstruktur. Diese werden in UML (Unified Modelling Language) modelliert bzw. in Textform beschrieben. Jeglicher technischer Bezug sollte hier vermieden werden.

OOD ist die zweite Phase der Modellierung und beinhaltet die statische und die dynamische Modellierung. Die statische besteht aus der Architektur-Modellierung (z.B. Deployment) und den Klassendiagrammen, zu der dynamischen Modellierung gehören Interaktions-, Sequenz- und Kollaborationsdiagramme. Weiterhin wird das Komponentenverhalten mit Aktivitätsdiagrammen dargestellt.

Für die OOP, also die Implementierung, können Programmiersprachen der 3. Generation benutzt werden, denen ein Objektorientiertes Programmierparadigma zugrunde liegt, also Programmiersprachen der OO-Generation.